Rechtsanwalt Reime hilft

BaFin warnt vor TagesgeldPlus

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin veröffentlichte am 5. Februar 2026 eine deutliche Warnmeldung bezüglich der Plattform TagesgeldPlus, welche unter tagesgeld-plus.net auftritt. Die Behörde stellt klar, dass dieses Unternehmen Finanzdienstleistungen sowie Anlageangebote ohne die erforderliche Erlaubnis bereitstellt. In Deutschland benötigen Banken und Vermittler zwingend eine Zulassung nach dem Kreditwesengesetz oder dem Wertpapierinstitutsgesetz, bevor sie solche Dienste am Markt anbieten. Da diese Genehmigung im Fall von TagesgeldPlus fehlt, stuft die BaFin die Tätigkeit als unerlaubt ein.

Gefahren für investierte Anleger

Eine Warnmeldung der Aufsichtsbehörde signalisiert ein fehlendes staatliches Kontrollsystem für dieses Geschäftsmodell. Wer bereits Gelder bei TagesgeldPlus angelegt hat, muss daher mit erheblichen Risiken rechnen. Da keine staatliche Aufsicht besteht, greift in der Regel auch keine gesetzliche Einlagensicherung. Dies erhöht die Gefahr massiv, dass Anleger ihre Einlagen oder versprochene Zinsen nicht zurückerhalten. Die Professionalität einer Website oder hohe Zinsversprechen bieten in diesem Zusammenhang keine Sicherheit über die Seriosität des Anbieters.

Handlungsempfehlungen und rechtliche Optionen

Betroffene Personen sollten jetzt besonnen und strukturiert reagieren. Zunächst gilt es, sämtliche Vertragsunterlagen sowie Belege über getätigte Zahlungen lückenlos zu sichern. Weitere Überweisungen an den Anbieter bergen das Risiko zusätzlicher Verluste und sollten deshalb unterbleiben. Sofern Zahlungen ausstehen oder der Zugriff auf das Kapital verweigert wird, rückt die Prüfung zivilrechtlicher Ansprüche in den Fokus. Hierbei kommen Forderungen auf Schadensersatz oder die vollständige Rückabwicklung der Verträge in Betracht. Falls sich der Verdacht auf eine betrügerische Absicht erhärtet, ist zudem die Erstattung einer Strafanzeige ein möglicher Schritt.

Tipps für Verbraucher

  • Prüfen Sie vor jeder Anlage die Unternehmensdatenbank der BaFin auf eine gültige Erlaubnis.

  • Misstrauen Sie Angeboten, die deutlich über dem marktüblichen Zinsniveau liegen.

  • Nutzen Sie Werbeanzeigen in sozialen Medien oder E-Mails nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

  • Kontrollieren Sie das Impressum und die Pflichtangaben des Anbieters auf Vollständigkeit.

  • Achten Sie auf die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung für Einlagen.

Fazit

Die Warnung der BaFin unterstreicht die Notwendigkeit einer gründlichen Vorabprüfung bei Finanzanlagen im Internet. Ohne die gesetzlich vorgeschriebene Lizenz agiert ein Anbieter außerhalb des Schutzschirms der deutschen Finanzaufsicht, was das Ausfallrisiko für Privatpersonen drastisch steigert. Schnelles Handeln und eine rechtliche Prüfung der individuellen Situation sind für Betroffene nun entscheidend.

Wichtiger Hinweis: Dieser Text dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.


Beitrag veröffentlicht

in

von